Aufgewachsen in Graz, in Stainz zuhause. Seit über zehn Jahren entwirft und druckt Theresa Schöffel in einem alten Stallgebäude — auf einem Grundstück, auf dem schon ihr Ururururgroßvater Boden umgegraben hat.
Die Stücke, die hier entstehen, sind Unikate. Jedes einzelne. Das ist keine Marketing-Floskel, sondern eine Folge davon, wie wir arbeiten: von Hand, mit hundertjährigen Holzmodeln, in kleinen Mengen.
— Servus.
„ Mir ist es wichtig, dass jedes Stück ein Unikat ist. Und von Hand gefertigt — von der Borte bis zur Schürze. "
Theresa Schöffel · zitiert in Servus in Stadt & Land, Okt. 2014
Als wir das Anwesen im Jahr 2001 zum ersten Mal sahen, war es derart von Gestrüpp überwachsen, dass man es im hüfthohen Gras kaum als Haus erkennen konnte. Wir warteten damals auf unser erstes Kind. Eigentlich war das Haus als Bleibe fürs Wochenende gedacht.
In zweieinhalb Jahren haben wir es Stück für Stück zurückgeholt — Michael hat über lange Zeit alte Dachziegel gesammelt, Holztrame in der Schwere der morschen gesucht, die Küche selbst gebaut und einen toskanischen Brunnentrog zum Abwasch umgewidmet.
In der Stube haben wir bewusst auf eine neue Dämmung verzichtet. Die Zwischenräume in den dicken Holzlatten stecken wir alle drei, vier Jahre mit Moos aus — wie früher. Dadurch atmet das Haus ganz anders.
Die Werkstatt steht im ehemaligen Stall — abgetragen im nahegelegenen Schwanberg, Balken für Balken nummeriert, auf unserem Grundstück wieder aufgestellt. Seit über zehn Jahren entwerfe und drucke ich hier.
Von der Galerie hängen die riesigen Stoffbahnen, die ich bedrucke. Bis zu hundert Jahre alt sind die rund vierhundert Holzmodel, die wir dafür verwenden — ein Geburtstagsgeschenk meines Mannes Michael, das mir wertvoller ist als alles andere in diesem Raum.
Hinter der kleinen Atelierküche kann man durch eine Glaswand direkt in den Pferdestall schauen. Noch kein Besucher hat sich diesen Blick entgehen lassen.
Schon mein Ururururgroßvater hat hier gelebt. Johann Zahlbruckner — Botaniker, Privatsekretär und Trauzeuge von Erzherzog Johann. Gemeinsam haben die beiden die k. k. Landwirtschaftsgesellschaft gegründet und als Erste in der Gegend Schilcher-Reben angepflanzt — jene Weinsorte, für die die Weststeiermark heute weitherum bekannt ist.
Die Naturverbundenheit liegt offenbar in der Familie. Ich habe sie nur in andere Hände gelegt: in solche, die Stoff bedrucken statt Reben veredeln.
Louise und Valentin, die hier im Grünen aufgewachsen sind, sind inzwischen erwachsen. Die Tiere sind geblieben.
Vom alten Bauernhaus zur eigenen Druckwerkstatt — und von dort zur Boutique am Hauptplatz und in den Popupstore am Wörthersee.
Das Bauernhaus in Stainz entdeckt, gekauft, entrümpelt.
Einzug nach zweieinhalb Jahren Renovierung — eigentlich nur als Wochenendhaus gedacht.
Eröffnung der Druckwerkstatt im umgesetzten Stall aus Schwanberg.
Boutique am Hauptplatz 19 in Stainz.
Erster Popupstore am Wörthersee, Hotel Linde.
Jeden ersten Donnerstag im Monat öffnet die Druckwerkstatt für Besucher. Komm vorbei — Drucke einen Probestreifen mit, schau den Haflingern beim Heuessen zu, bleib auf einen Kaffee.